
Gregor der Große
Catena Aurea · Matthäusevangelium 4
1 Danach wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden. 2 Nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger.
(Hom. in. Ev. 16. 5.) Der Schöpfer aller Dinge nahm während vierzig Tagen keinerlei Nahrung zu sich. Auch wir quälen zur Zeit der Fastenzeit, soviel an uns liegt, unser Fleisch durch Enthaltsamkeit. Die Zahl Vierzig wird beibehalten, weil die Kraft des Dekalogs in den Büchern des heiligen Evangeliums erfüllt wird; und zehn viermal genommen ergibt vierzig. Oder weil wir in diesem sterblichen Leib aus vier Elementen bestehen, durch deren Genüsse wir gegen die im Dekalog empfangenen Gebote des Herrn handeln. Und da wir den Dekalog durch die Lüste dieses Fleisches übertreten, ist es passend, dass wir das Fleisch vierzigfach kasteien. Oder wie wir durch das Gesetz den Zehnten unserer Güter darbringen, so streben wir, den Zehnten unserer Zeit darzubringen. Und vom ersten Sonntag der Fastenzeit bis zum Jubel des Osterfestes ist ein Zeitraum von sechs Wochen oder zweiundvierzig Tagen; zieht man davon die sechs Sonntage ab, die nicht gehalten werden, bleiben sechsunddreißig übrig. Da nun das Jahr aus dreihundertfünfundsechzig besteht, geben wir durch die Kasteiung dieser sechsunddreißig Gott den Zehnten unseres Jahres.