
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 3
17 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.
(de Cons. Ev. ii. 14.) Diese Worte geben Markus und Lukas in gleicher Weise; in den Worten der Stimme, die vom Himmel kam, variiert ihr Ausdruck, obwohl der Sinn derselbe ist. Denn sowohl die Worte, wie Matthäus sie gibt: Dies ist mein geliebter Sohn, als auch wie die anderen zwei: Du bist mein geliebter Sohn, drücken denselben Sinn im Sprecher aus; (und die himmlische Stimme äußerte zweifellos eines von diesen,) aber eines zeigt die Absicht, das so dem Sohn gegebene Zeugnis an diejenigen zu richten, die daneben standen; das andere, es an ihn selbst zu richten, als ob er zu Christus sprechend gesagt hätte: Dies ist mein Sohn. Nicht dass Christus gelehrt wurde, was er vorher wusste, sondern die daneben standen, hörten es, um derentwillen die Stimme kam. Wenn wiederum einer sagt: an dem ich Wohlgefallen habe; ein anderer: an dir habe ich Wohlgefallen, wenn du fragst, welches von diesen tatsächlich von jener Stimme ausgesprochen wurde; nimm welches du willst, nur denke daran, dass diejenigen, die nicht dieselben Worte wie die gesprochenen berichtet haben, denselben Sinn berichtet haben. Dass Gott Wohlgefallen an seinem Sohn hat, wird im ersten bezeichnet; dass der Vater durch den Sohn Wohlgefallen an den Menschen hat, wird in der zweiten Form vermittelt: an dir habe ich Wohlgefallen. Oder du kannst verstehen, dass dies der eine Sinn aller Evangelisten war: In dir habe ich mein Wohlgefallen gesetzt, d. h. um all meinen Vorsatz zu erfüllen.