
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 3
13 Da kam Jesus von Galiläa zu Johannes an den Jordan, um sich von ihm taufen zu lassen. 14 Johannes aber wollte ihn daran hindern und sagte: Ich habe nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir? 15 Doch Jesus antwortete ihm: Lass es jetzt zu; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er ihn zu.
(non occ. cf. Ambrosiast. Serm. xii. 4.) Der Erlöser wollte getauft werden, nicht um selbst gereinigt zu werden, sondern um das Wasser für uns zu reinigen. Von der Zeit an, da er selbst ins Wasser getaucht wurde, von jener Zeit an hat er alle unsere Sünden im Wasser abgewaschen. Und niemand wundere sich, dass Wasser, selbst eine körperliche Substanz, zur Reinigung der Seele wirksam sein soll; es ist so wirksam, dass es die verborgenen Schlupfwinkel des Gewissens erreicht und erforscht. In seiner eigenen Natur fein und durchdringend, durch Christi Segen noch mehr gemacht, berührt es die verborgenen Quellen des Lebens, die geheimen Orte der Seele, kraft seines allgegenwärtigen Taus. Der Lauf des Segens ist sogar noch durchdringender als der Fluss der Wasser. So hat der Segen, der wie ein geistiger Fluss von der Taufe des Erlösers ausgeht, die Becken aller Teiche und die Läufe aller Quellen gefüllt.