
Gregor der Große
Catena Aurea · Matthäusevangelium 3
7 Als er aber viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kommen sah, sagte er zu ihnen: Ihr Natternbrut! Wer hat euch gelehrt, ihr könntet dem kommenden Zorn entfliehen? 8 Bringt also Frucht, die der Umkehr entspricht, 9 und lasst euch nicht einfallen, zu denken: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Aus diesen Steinen da kann Gott dem Abraham Kinder erwecken. 10 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
(Hom. in Ev. xx. 8.) Beachte, er sagt nicht bloß Früchte der Buße, sondern Früchte, die der Buße würdig sind. Denn wer nie in Unerlaubtes gefallen ist, dem ist mit Recht der Gebrauch aller erlaubten Dinge gestattet; wenn aber einer in Sünde gefallen ist, soll er sogar erlaubte Dinge so weit von sich wegtun, wie er sich bewusst ist, unerlaubte Dinge gebraucht zu haben. Es bleibt also dem Gewissen eines solchen überlassen, durch Buße umso größere Gewinne an guten Werken zu suchen, je größeren Verlust er sich durch die Sünde zugezogen hat. Die Juden, die sich ihres Geschlechts rühmten, wollten sich nicht als Sünder bekennen, weil sie Abrahams Nachkommen waren. Sagt nicht bei euch selbst: Wir sind Abrahams Nachkommen.