Beda Venerabilis
Catena Aurea · Matthäusevangelium 28
16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte. 17 Als sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm nieder, einige aber zweifelten. 18 Da trat Jesus zu ihnen, redete sie an und sagte: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf der Erde. 19 Darum geht und macht alle Völker zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehrt sie alles halten, was ich euch aufgetragen habe. Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.
(‘Beda in Hom.’ non occ.) Es wird die Frage gestellt, wie Er hier sagt: Ich bin bei euch, Joh 16,5, wenn wir anderswo lesen, dass Er sagte: Ich gehe zu dem, der mich gesandt hat. Was von Seiner menschlichen Natur gesagt wird, ist verschieden von dem, was von Seiner göttlichen Natur gesagt wird. Er geht zu Seinem Vater in Seiner menschlichen Natur, Er bleibt bei Seinen Jüngern in jener Gestalt, in der Er dem Vater gleich ist. Wenn Er sagt: bis zum Ende der Welt, drückt Er das Unendliche durch das Endliche aus; denn Der, der in dieser gegenwärtigen Welt bei Seinen Auserwählten bleibt, sie beschützend, derselbe wird nach dem Ende bei ihnen bleiben, sie belohnend.