
Gregor der Große
Catena Aurea · Matthäusevangelium 28
1 Nach dem Sabbat, in der Morgendämmerung des ersten Wochentags, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. 2 Da entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 3 Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. 4 Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. 5 Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. 6 Er ist nicht hier; denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stelle, wo er gelegen hat. 7 Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferweckt worden. Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.
(Hom. in Ev. xxi. 4.) Oder anders; Der Blitz flößt Schrecken ein; der Schnee ist ein Sinnbild der Gerechtigkeit; und wie der allmächtige Gott für die Sünder schrecklich und für die Gerechten milde ist, so ist dieser Engel zu Recht ein Zeuge Seiner Auferstehung und wird mit einem Angesicht wie Blitz und mit Gewändern wie Schnee dargestellt, damit Er durch Seine Gegenwart die Gottlosen erschrecke und die Guten tröste; und so folgt: Und aus Furcht vor ihm bebten die Wächter.