Beda Venerabilis
Catena Aurea · Matthäusevangelium 28
1 Nach dem Sabbat, in der Morgendämmerung des ersten Wochentags, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. 2 Da entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 3 Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. 4 Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. 5 Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. 6 Er ist nicht hier; denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stelle, wo er gelegen hat. 7 Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferweckt worden. Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.
(Hom. Æst. i.) Denn vom Beginn der Erschaffung der Welt bis jetzt folgte der Lauf der Zeit dieser Anordnung, dass der Tag vor der Nacht kam, weil der Mensch, durch die Sünde vom Licht des Paradieses gefallen, in die Finsternis und das Elend dieser Welt versank. Nun aber geht die Nacht höchst passend dem Tag voraus, da wir durch den Glauben an die Auferstehung aus der Finsternis der Sünde und dem Schatten des Todes zum Licht des Lebens zurückgebracht werden, durch die Güte Christi.