Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 27
45 Von der sechsten Stunde an aber kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 46 Um die neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 47 Als einige von den Umstehenden das hörten, sagten sie: Er ruft Elija. 48 Sofort lief einer von ihnen hin, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. 49 Die Übrigen aber sagten: Lass, wir wollen sehen, ob Elija kommt, um ihn zu retten. 50 Da schrie Jesus noch einmal laut auf und gab den Geist auf.
Einige nehmen aus diesem Text Anlass, gegen die Wahrheit des Evangeliums zu nörgeln. Denn tatsächlich haben von Anfang an Sonnenfinsternisse zu ihren richtigen Zeiten stattgefunden; aber eine solche Finsternis, wie sie durch den gewöhnlichen Lauf der Zeiten herbeigeführt würde, könnte nur zu der Zeit eintreten, wenn Sonne und Mond zusammenkommen, wenn der Mond vorbeizieht und die Strahlen der Sonne abfängt. Aber zur Zeit des Leidens Christi ist klar, dass dies nicht der Fall war, weil es das Paschafest war, das man gewöhnlich feierte, wenn der Mond voll war. Einige Gläubige, die eine Antwort auf diesen Einwand geben wollten, haben gesagt, dass diese Finsternis in Übereinstimmung mit den anderen Wundern eine Ausnahme von den festgelegten Naturgesetzen war.