
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 27
6 Die Hohenpriester nahmen die Silberstücke und sagten: Man darf sie nicht in den Tempelschatz tun; denn es ist Blutgeld. 7 Nachdem sie Rat gehalten hatten, kauften sie davon den Töpferacker als Begräbnisplatz für die Fremden. 8 Deshalb heißt dieser Acker Blutacker bis auf den heutigen Tag. 9 So erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist: Sie nahmen die dreißig Silberstücke -- der Preis, den er den Söhnen Israels wert war -- 10 und gaben sie für den Töpferacker, wie es mir der Herr aufgetragen hatte.
(App. Serm. 80. 1.) Es geschah, wie ich meine, durch Gottes Vorsehung, dass der Preis des Heilands den Sündern nicht ein Mittel zum Übermaß bot, sondern den Fremden Ruhe, damit Christus sowohl die Lebenden durch die Vergießung Seines Blutes erlöse als auch die Toten durch den Preis Seines Leidens beherberge. Daher wird mit dem Preis des Blutes des Herrn der Töpferacker gekauft. Wir lesen in der Schrift, dass das Heil des ganzen Menschengeschlechts durch das Blut des Heilands erkauft wurde. Dieser Acker ist also die ganze Welt. Der Töpfer, der der Herr des Bodens ist, ist Derjenige, der aus Ton die Gefäße unserer Körper gebildet hat. Dieser Töpferacker wurde also durch das Blut Christi gekauft, und für Fremde, die ohne Vaterland oder Heimat über die ganze Welt wandern, wird durch das Blut Christi Ruhe bereitet. Diese Fremden sind die frommeren Christen, die der Welt entsagt haben und keinen Besitz in ihr haben, und so ruhen sie im Blut Christi; denn das Begräbnis Christi ist nichts anderes als die Ruhe eines Christen; denn wie der Apostel sagt: Wir sind mit ihm durch die Taufe in den Tod begraben. (Röm. 6:4.) Wir sind also in diesem Leben wie Fremde.