
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
69 Petrus aber saß draußen im Hof. Da trat eine Magd auf ihn zu und sagte: Auch du warst bei Jesus, dem Galiläer. 70 Er aber leugnete vor allen und sagte: Ich weiß nicht, was du meinst. 71 Als er aber in den Vorhof hinausgegangen war, sah ihn eine andere und sagte zu denen, die dort waren: Der da war bei Jesus, dem Nazoräer. 72 Er leugnete wiederum und schwor: Ich kenne den Menschen nicht. 73 Nach einer Weile kamen die Umstehenden hinzu und sagten zu Petrus: Du bist bestimmt auch einer von ihnen. Schon deine Sprache verrät dich ja. 74 Da fing er an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht! Und sogleich krähte ein Hahn. 75 Da erinnerte sich Petrus an das Wort, das Jesus ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
Und wieder verleugnete er mit einem Eid: Ich kenne den Menschen nicht. Ich weiß, dass einige aus Frömmigkeit gegenüber dem Apostel Petrus diese Stelle so ausgelegt haben, dass Petrus den Menschen und nicht Gott verleugnete, als ob er meinte: ‚Ich kenne den Menschen nicht, weil ich Gott kenne.‘ Aber der verständige Leser wird erkennen, dass dies nichtig ist; denn wenn er nicht verleugnete, sprach der Herr falsch, als er sagte: Du wirst mich dreimal verleugnen.