
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
51 Doch einer von den Begleitern Jesu streckte die Hand aus, zog sein Schwert, schlug auf den Knecht des Hohenpriesters ein und hieb ihm ein Ohr ab. 52 Da sagte Jesus zu ihm: Steck dein Schwert an seinen Platz! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen. 53 Oder glaubst du nicht, ich könnte meinen Vater bitten und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel zur Seite stellen? 54 Wie aber würde dann die Schrift erfüllt, dass es so geschehen muss?
(cont. Faust. xxvii. 70.) Das heißt, jeder, der das Schwert gebraucht. Und er gebraucht das Schwert, der ohne Befehl oder Billigung eines Vorgesetzten oder einer legitimen Autorität sich gegen das Leben eines Menschen bewaffnet. Denn wahrlich, der Herr hatte Seinen Jüngern geboten, das Schwert zu nehmen, aber nicht, mit dem Schwert zu schlagen. War es denn gänzlich unpassend, dass Petrus nach dieser Sünde Herrscher der Kirche werden sollte, wie Moses nach dem Erschlagen des Ägypters zum Herrscher und Haupt der Synagoge gemacht wurde? Denn beide übertrafen die Regel nicht aus verhärteter Wildheit, sondern aus einer für das Gute empfänglichen Geisteswärme; beide aus Hass auf die Ungerechtigkeit anderer; beide sündigten aus Liebe, der eine für seinen Bruder, der andere für seinen Herrn, obwohl eine fleischliche Liebe.