
Leo der Große
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
51 Doch einer von den Begleitern Jesu streckte die Hand aus, zog sein Schwert, schlug auf den Knecht des Hohenpriesters ein und hieb ihm ein Ohr ab. 52 Da sagte Jesus zu ihm: Steck dein Schwert an seinen Platz! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen. 53 Oder glaubst du nicht, ich könnte meinen Vater bitten und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel zur Seite stellen? 54 Wie aber würde dann die Schrift erfüllt, dass es so geschehen muss?
(Serm. 22.) Der Herr des eifrigen Apostels duldete nicht, dass sein frommes Gefühl weiter ging. Da sprach Jesus zu ihm: „Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort.“ Denn es widersprach dem Sakrament unserer Erlösung, dass Er, der gekommen war, für alle zu sterben, sich weigerte, ergriffen zu werden. Er gibt daher ihrer Wut gegen Ihn freien Lauf, damit nicht durch die Verzögerung des Triumphes Seines glorreichen Kreuzes die Herrschaft des Teufels verlängert und die Gefangenschaft der Menschen verlängert würde.