
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
27 Dann nahm er einen Becher, sprach das Dankgebet und gab ihn ihnen mit den Worten: Trinkt alle daraus. 28 Denn das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. 29 Ich sage euch: Von nun an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem davon trinke im Reich meines Vaters.
(Quæst. Ev. i. 43.) Oder anders; Wenn Er sagt: Ich werde es neu mit euch trinken, gibt Er uns zu verstehen, dass dies alt ist. Da Er nun den Leib aus dem Geschlecht Adams annahm, der der alte Mensch genannt wird, und diesen Leib im Leiden dem Tod übergeben sollte, (weshalb Er uns auch Sein Blut im Sakrament des Weines gab,) was können wir da unter dem neuen Wein anderes verstehen als die Unsterblichkeit der erneuerten Leiber? Indem Er sagt: Ich werde es mit euch trinken, verheißt Er ihnen gleichermaßen eine Auferstehung ihrer Leiber zum Anziehen der Unsterblichkeit. „Mit euch“ ist nicht zeitlich zu verstehen, sondern als eine ähnliche Erneuerung, wie der Apostel sagt, dass wir mit Christus auferstanden sind, wobei die Hoffnung auf die Zukunft eine gegenwärtige Freude bringt. Dass das, was Er neu trinken wird, auch von dieser Frucht des Weinstocks sein wird, bedeutet, dass eben dieselben Leiber nach der himmlischen Erneuerung auferstehen werden, die jetzt nach dem irdischen Verfall sterben.