
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
20 Als es Abend geworden war, legte er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch. 21 Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten. 22 Da wurden sie sehr traurig und begannen, einer nach dem anderen, ihn zu fragen: Ich bin es doch nicht, Herr? 23 Er aber antwortete: Der mit mir die Hand in die Schüssel getaucht hat wird mich verraten. 24 Zwar geht der Menschensohn dahin, wie von ihm geschrieben steht. Weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Besser wäre es für ihn, wenn er nie geboren wäre. 25 Da entgegnete Judas, der ihn verriet: Ich bin es doch nicht, Rabbi? Er sagte zu ihm: Du sagst es.
(Quæst. Ev. i. 40.) Und wenn behauptet wird, dass es ein Leben vor diesem Leben gibt, so würde das beweisen, dass nicht nur für Judas, sondern für keinen anderen es gut ist, geboren worden zu sein. Kann es bedeuten, dass es für ihn besser wäre, nicht für den Teufel geboren worden zu sein, nämlich zur Sünde? Oder bedeutet es, dass es für ihn gut gewesen wäre, nicht für Christus bei seiner Berufung geboren worden zu sein, so dass er nun abtrünnig würde?