
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
6 Als Jesus in Betanien war, im Hause Simons des Aussätzigen, 7 kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll kostbarem Salböl zu ihm und goss es über sein Haar, während er zu Tisch lag. 8 Als die Jünger das sahen, wurden sie ärgerlich und sagten: Wozu diese Verschwendung? 9 Das hätte man teuer verkaufen und den Erlös den Armen geben können. 10 Als Jesus das merkte, sagte er zu ihnen: Was kränkt ihr die Frau? Sie hat doch eine gute Tat an mir getan. 11 Denn Arme habt ihr ja allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. 12 Als sie dieses Salböl über meinen Leib goss, hat sie es für mein Begräbnis getan. 13 Amen, ich sage euch: Wo immer auf der ganzen Welt dieses Evangelium verkündet wird, da wird auch zu ihrem Gedächtnis erzählt werden, was sie getan hat.
Ich weiß, dass einige hier einen Einwand erheben, weil Johannes sagt, dass Judas allein betrübt war, weil er den Beutel hatte und von Anfang an ein Dieb war; Matthäus aber, dass alle Jünger traurig waren. Diese kennen nicht die Figur der Syllepsis, bei der ein Name für viele und viele für einen stehen; wie Paulus im Brief an die Hebräer sagt: Sie wurden zersägt, obwohl man annimmt, dass nur einer, nämlich Jesaja, so behandelt wurde. (Hebr 11,37.)