
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
6 Als Jesus in Betanien war, im Hause Simons des Aussätzigen, 7 kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll kostbarem Salböl zu ihm und goss es über sein Haar, während er zu Tisch lag. 8 Als die Jünger das sahen, wurden sie ärgerlich und sagten: Wozu diese Verschwendung? 9 Das hätte man teuer verkaufen und den Erlös den Armen geben können. 10 Als Jesus das merkte, sagte er zu ihnen: Was kränkt ihr die Frau? Sie hat doch eine gute Tat an mir getan. 11 Denn Arme habt ihr ja allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. 12 Als sie dieses Salböl über meinen Leib goss, hat sie es für mein Begräbnis getan. 13 Amen, ich sage euch: Wo immer auf der ganzen Welt dieses Evangelium verkündet wird, da wird auch zu ihrem Gedächtnis erzählt werden, was sie getan hat.
Denn niemand denke, dass die, welche sein Haupt salbte, und die, welche seine Füße salbte, ein und dieselbe gewesen sei; denn die letztere wusch seine Füße mit ihren Tränen und trocknete sie mit ihrem Haar, und es wird ausdrücklich gesagt, dass sie eine Hure war. Von dieser Frau aber wird nichts Derartiges berichtet, und tatsächlich hätte eine Hure nicht sogleich des Hauptes des Herrn würdig gemacht werden können.