Glossa ordinaria
Catena Aurea · Matthäusevangelium 26
6 Als Jesus in Betanien war, im Hause Simons des Aussätzigen, 7 kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll kostbarem Salböl zu ihm und goss es über sein Haar, während er zu Tisch lag. 8 Als die Jünger das sahen, wurden sie ärgerlich und sagten: Wozu diese Verschwendung? 9 Das hätte man teuer verkaufen und den Erlös den Armen geben können. 10 Als Jesus das merkte, sagte er zu ihnen: Was kränkt ihr die Frau? Sie hat doch eine gute Tat an mir getan. 11 Denn Arme habt ihr ja allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. 12 Als sie dieses Salböl über meinen Leib goss, hat sie es für mein Begräbnis getan. 13 Amen, ich sage euch: Wo immer auf der ganzen Welt dieses Evangelium verkündet wird, da wird auch zu ihrem Gedächtnis erzählt werden, was sie getan hat.
(non occ.) Nachdem der Evangelist uns die Pläne der führenden Juden bezüglich des Todes Christi vor Augen gestellt hat, würde er fortfahren, deren Ausführung zu verfolgen und den Handel des Judas mit den Juden zu erzählen, um ihn auszuliefern, doch zeigt er zuerst die Ursache dieses Verrats. Er war betrübt, dass das Salböl, das die Frau auf Christi Haupt goss, nicht verkauft worden war, damit er etwas vom Erlös hätte nehmen können, und um diesen Verlust auszugleichen, war er bereit, seinen Meister zu verraten. Und daher fährt er fort: „Als Jesus in Bethanien im Haus Simons des Aussätzigen war.“