
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 24
32 Ziehe die Lehre aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum: Wenn seine Zweige schon saftig werden und die Blätter treiben, dann wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 33 Genauso sollt auch ihr, wenn ihr alles dies seht, erkennen: Er (der Menschensohn) steht nahe vor der Tür. 34 Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. 35 Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.
(Ep. 199, 22.) Dass wir nun aufgrund der evangelischen und prophetischen Zeichen, die wir geschehen sehen, erwarten sollen, dass das Kommen des Herrn nahe ist, wer leugnet das? Denn täglich rückt es immer näher, aber über den genauen Zeitpunkt ist gesagt: Es ist nicht eure Sache, die Zeiten oder die Stunden zu kennen (Apg 1,7). Siehe, wie lange ist es her, dass der Apostel sagte: Jetzt ist unser Heil näher als damals, als wir zum Glauben kamen (Röm 13,11). Was er sprach, war nicht falsch, und doch wie viele Jahre sind vergangen, wie viel mehr können wir nicht sagen, dass das Kommen des Herrn jetzt nahe ist, da ein so großer Zuwachs an Zeit hinzugekommen ist?