Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 24
29 Gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. 30 Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; alle Völker der Erde werden wehklagen und sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen.
Moralisch kann man sagen, dass die Sonne, die verfinstert werden soll, der Teufel ist, der am Ende der Welt überführt werden wird, dass er, obwohl er Finsternis ist, sich als Sonne ausgegeben hat; der Mond, der sein Licht von dieser Sonne zu empfangen scheint, ist die Kirche der Bösen, die vorgibt, Licht zu haben und zu geben, aber dann mit ihren sündhaften Dogmen überführt, ihren Glanz verlieren wird; und alle jene, die entweder durch falsche Lehre oder falsche Tugenden den Menschen Wahrheit versprachen, sie aber durch Lügen in die Irre führten, diese werden passend Sterne genannt, die von ihrem eigenen Himmel, sozusagen, fallen, wo sie hoch erhoben waren und sich gegen die Erkenntnis Gottes erhoben. Zur Veranschaulichung dieser Rede können wir jene Stelle in den Sprüchen anwenden, die sagt: „Das Licht der Gerechten ist unauslöschlich, aber das Licht der Gottlosen wird erlöschen.“ (Spr 4,18.) Dann wird der Glanz Gottes in jedem erscheinen, der das Bild des Himmlischen getragen hat; und die Himmlischen werden sich freuen, aber die Irdischen werden klagen.