
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 24
15 Wenn ihr also den Gräuel der Verwüstung, von dem der Prophet Daniel spricht, an heiliger Stätte stehen seht -- wer es liest, bedenke es wohl! --, 16 dann fliehe in die Berge, wer in Judäa ist. 17 Wer sich gerade auf dem Dach befindet, steige nicht hinab, seine Sachen aus dem Haus zu holen 18 und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. 19 Weh aber den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen! 20 Betet, dass euere Flucht nicht in den Winter oder auf einen Sabbat fällt. 21 Denn dann wird eine große Bedrängnis kommen, wie von Anfang der Welt bis jetzt noch keine gewesen ist und auch nicht mehr sein wird. 22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, dann würde kein Mensch gerettet. Aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.
Dass ‚Wer es liest, verstehe‘, wird gesagt, um uns zum mystischen Verständnis der Stelle aufzurufen. Was wir bei Daniel lesen, ist dies: Und in der Mitte der Woche werden das Opfer und die Opfergabe weggenommen werden, und im Tempel wird der Gräuel der Verwüstung sein bis zur Vollendung der Zeit, und Vollendung wird über den Verwüsteten gegeben werden. (Dan 9,27. sec. LXX.)