Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 24
6 Ihr werdet von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Gebt Acht, erschreckt nicht. Denn es muss so kommen; 7 aber es ist noch nicht das Ende. Denn Volk wird sich gegen Volk erheben und Reich gegen Reich und Hungersnöte und Erdbeben werden kommen da und dort. 8 Aber das alles ist nur der Anfang der Wehen.
Oder anders; Wie der Körper vor dem Tod des Menschen erkrankt, so muss notwendigerweise vor der Vollendung dieser Welt die Erde wie gelähmt durch häufige Erdbeben erschüttert werden, die Luft eine tödliche Beschaffenheit annehmen und pestilentialisch werden, und die Lebenskraft des Bodens versagen und seine Früchte verdorren. Und infolge dieser Knappheit werden die Menschen zu Raub und Krieg aufgestachelt. Aber weil Krieg und Streit manchmal aus Habsucht, manchmal aus Machtgier und eitler Ruhmsucht entstehen, wird für diese, die vor dem Ende der Welt geschehen sollen, eine noch tiefere Ursache anzugeben sein. Denn wie Christi Kommen durch Seine göttliche Kraft Frieden zu verschiedenen Völkern brachte, so wird es andererseits geschehen, dass, wenn die Ungerechtigkeit überhandnimmt, die Liebe vieler erkalten wird und Gott und Sein Christus sie verlassen werden; Kriege werden wieder sein, wenn Handlungen, die Kriege erzeugen, nicht durch Heiligkeit gehindert werden; und feindliche Mächte werden, wenn sie nicht durch die Heiligen und durch Christus zurückgehalten werden, ungehindert in den Herzen der Menschen wirken und Volk gegen Volk, Königreich gegen Königreich aufstacheln. Aber wenn, wie einige meinen, Hunger und Pest von den Engeln Satans kommen, so werden diese dann Macht aus entgegengesetzten Kräften sammeln, wenn das Salz der Erde und die Lichter der Welt, Christi Jünger, nicht mehr sein werden, die jene Dinge zerstören, die die Bosheit der Dämonen ausbrütet. Oftmals wurden in Israel Hungersnöte und Seuchen durch Sünde verursacht und durch die Gebete der Heiligen beseitigt. (1 Kön 17,1. Jer 14. Jak 5,17.18.) Gut ist gesagt: An verschiedenen Orten, denn Gott wird nicht das ganze Menschengeschlecht auf einmal vernichten, sondern sie in Teilen richtend, gibt Er Gelegenheit zur Buße. Aber wenn diesen Übeln nicht in ihrem Beginn Einhalt geboten wird, werden sie zu Schlimmerem fortschreiten, wie folgt: Dies alles ist der Anfang der Schmerzen, das heißt der Schmerzen, die der ganzen Welt gemeinsam sind, und jener, die über die Gottlosen kommen werden, die in den schärfsten Qualen gepeinigt werden.