
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 23
16 Weh euch, blinde Führer, die ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das nichts; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist gebunden. 17 Ihr Toren und Blinden! Was ist denn wertvoller, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt? 18 Oder: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das nichts; wer aber bei der Gabe schwört, die darauf liegt, der ist gebunden. 19 Ihr Blinden! Was ist denn größer, die Gabe oder der Altar, der die Gabe heiligt? 20 Wer also beim Altar schwört, der schwört bei ihm und allem, was darauf liegt, 21 und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. 22 Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.
Wie sie durch das Anfertigen breiter Gebetsriemen und Quasten nach dem Ruf der Heiligkeit strebten und dies wieder zu einem Mittel des Gewinns machten, so beschuldigt er sie nun, Lehrer der Bosheit durch ihre betrügerische Vorgabe der Tradition zu sein. Denn wenn in einem Streit oder Zank oder in einer zweifelhaften Sache einer beim Tempel schwor und später der Lüge überführt wurde, wurde er nicht für schuldig gehalten. Das ist gemeint mit: Wer beim Tempel schwört, das ist nichts, das heißt, er schuldet nichts; aber wenn er beim Gold oder beim Geld geschworen hatte, das den Priestern im Tempel dargebracht wurde, wurde er sofort gezwungen, das zu zahlen, bei dem er geschworen hatte.