Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 23
13 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt das Himmelreich vor den Menschen. Denn ihr selbst kommt nicht hinein und die, die hinein wollen, lasst ihr nicht hinein.
Christus ist wahrhaft der Sohn jenes Gottes, der das Gesetz gegeben hat; nach dem Beispiel der Segnungen, die im Gesetz ausgesprochen wurden, sprach er selbst die Segnungen der Geretteten aus; und auch nach den Flüchen des Gesetzes stellt er nun ein Wehe gegen die Sünder auf: Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler. Diejenigen, die zugeben, dass es mit der Güte vereinbar ist, diese Verurteilungen gegen Sünder auszusprechen, sollten verstehen, dass die Absicht Gottes bei den Flüchen des Gesetzes dieselbe ist. Sowohl der Fluch dort als auch das Wehe hier fallen auf den Sünder nicht von dem, der verflucht, sondern von ihnen selbst, die die Sünden begehen, die verflucht werden, und verdientermaßen die Züchtigungen von Gottes Zucht auf sich bringen, die zur Bekehrung der Menschen zum Guten bestimmt sind. So spricht ein Vater, der einen Sohn tadelt, Worte des Fluches aus, wünscht aber nicht, dass er dieser Flüche würdig werde, sondern vielmehr, dass er sich von ihnen abwende. Er fügt die Ursache dieses Wehes hinzu: Ihr verschließt das Himmelreich vor den Menschen; denn ihr geht weder selbst hinein, noch lasst ihr die hineingehen, die hineingehen wollen. Diese beiden Gebote sind von Natur aus untrennbar; denn schon das allein, andere nicht hineingehen zu lassen, reicht aus, um den Verhinderer draußen zu halten.