Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 23
5 Mit allem, was sie tun, wollen sie sich vor den Menschen zur Schau stellen. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und ihre Mantelquasten lang, 6 lieben den Ehrenplatz bei den Gastmählern, die ersten Sitze in den Synagogen, 7 die Begrüßungen auf den Marktplätzen und lassen sich von den Leuten Rabbi (Meister) nennen. 8 Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. 9 Auch sollt ihr niemand unter euch auf der Erde Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. 10 Auch Lehrer sollt ihr euch nicht nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer: Christus. 11 Der Größte unter euch soll euer Diener sein. 12 Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Und in der Kirche Christi finden sich einige, die die obersten Plätze für sich beanspruchen, das heißt Diakone werden; dann streben sie nach den ersten Sitzen derer, die Presbyter genannt werden; und einige intrigieren, um unter Menschen Bischof genannt zu werden, das heißt Rabbi genannt zu werden. Aber Christi Jünger liebt zwar den obersten Platz, aber beim geistlichen Gastmahl, wo er von den erleseneren Bissen geistlicher Speise essen kann; denn mit den Aposteln, die auf zwölf Thronen sitzen, liebt er die ersten Sitze und eilt durch seine guten Werke, sich solcher Sitze würdig zu erweisen; und er liebt auch Begrüßungen, die auf dem himmlischen Marktplatz gemacht werden, das heißt in den himmlischen Versammlungen der Urkirche. Aber der Gerechte möchte weder von Menschen noch von irgendeinem anderen Rabbi genannt werden, weil es einen Meister aller Menschen gibt.