
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 21
23 Als er in den Tempel ging und lehrte, kamen die Hohenpriester und Ältesten des Volkes zu ihm und sagten: Mit welcher Vollmacht tust du dies und wer hat dir diese Vollmacht gegeben? 24 Jesus antwortete ihnen: Auch ich will euch eine Frage vorlegen und wenn ihr sie mir beantwortet, dann werde auch ich euch sagen, mit welcher Vollmacht ich dies tue. 25 Woher war die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen? Da überlegten sie miteinander: Sagen wir: Vom Himmel, so wird er uns erwidern: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? 26 Sagen wir aber: Von Menschen, dann haben wir die Menge zu fürchten; denn alle halten Johannes für einen Propheten. 27 So antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Da erwiderte er ihnen: Dann sage auch ich euch nicht, mit welcher Vollmacht ich dies tue.
Oder mit diesen Worten bringen sie denselben Einwand vor wie oben, als sie sagten: „Er treibt die Dämonen durch Beelzebub, den Fürsten der Dämonen, aus.“ (Mt 12,24.) Denn wenn sie sagen: „Mit welcher Vollmacht tust du diese Dinge?“, zweifeln sie an der Macht Gottes und wollen verstanden wissen, dass das, was Er tut, vom Teufel ist. Wenn sie aber hinzufügen: „Wer hat dir diese Vollmacht gegeben?“, leugnen sie ganz klar den Sohn Gottes, von dem sie annehmen, dass Er Wunder wirkt, nicht aus eigener, sondern aus fremder Kraft. Der Herr hätte die Verleumdung seiner Versucher durch eine einfache Antwort widerlegen können, aber Er stellte ihnen eine Frage von so geschickter Erfindung, dass sie entweder durch ihr Schweigen oder ihr Wissen verurteilt werden mussten; Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Auch ich will euch eine Frage stellen.“