Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 21
17 Und er ließ sie stehen, ging aus der Stadt hinaus nach Betanien und übernachtete dort. 18 Als er in der Frühe wieder in die Stadt zurückkehrte, hatte er Hunger. 19 Da sah er einen Feigenbaum am Weg stehen, ging auf ihn zu, fand aber nichts daran als Blätter. Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit sollst du keine Frucht mehr tragen. Und augenblicklich verdorrte der Feigenbaum. 20 Als die Jünger das sahen, wunderten sie sich und fragten: Wie ist der Feigenbaum so rasch verdorrt? 21 Jesus antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, dann werdet ihr nicht nur das mit dem Feigenbaum vollbringen, sondern selbst wenn ihr zu diesem Berg da sagt: Hebe dich weg und stürz dich ins Meer!, so wird es geschehen. 22 Und alles, was ihr voll Glauben im Gebet erbittet, werdet ihr empfangen.
Aber wenn der Herr kommt, um Frucht zu suchen mit Versuchungen, und einer wird gefunden, der nichts von Gerechtigkeit hat, sondern nur ein Bekenntnis des Glaubens, welches Blätter ohne Frucht sind, so verdorrt er bald und verliert sogar seinen scheinbaren Glauben; und jeder Jünger lässt diesen Feigenbaum verdorren, indem er ihn als Christi entbehrend erweist, wie Petrus zu Simon sagte: „Dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott“ (Apg 8,21). Denn es ist besser, dass ein trügerischer Feigenbaum, der für lebendig gehalten wird, doch keine Frucht bringt, durch das Wort der Jünger Christi verdorrt, als dass er durch einen Betrug unschuldige Herzen stiehlt. Auch ist in jedem Ungläubigen ein Berg, groß im Verhältnis zu seinem Unglauben, der durch die Worte der Jünger Christi entfernt wird.