Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 21
10 Als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und fragte: Wer ist das? 11 Die Scharen antworteten: Das ist der Prophet, Jesus aus Nazaret in Galiläa. 12 Jesus ging in den Tempel und trieb alle, die im Tempel verkauften und kauften, hinaus, stieß die Tische der Geldwechsler und die Sitze der Taubenverkäufer um 13 und sagte zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes genannt werden. Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle. 14 Und Lahme und Blinde kamen zu ihm in den Tempel und er heilte sie. 15 Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er wirkte, und die Kinder, die im Tempel riefen: Hosanna dem Sohn Davids!, da wurden sie zornig 16 und sagten zu ihm: Hörst du, was die da rufen? Jesus aber sagte zu ihnen: Gewiss. Habt ihr nie gelesen: Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet?
Mystisch: Der Tempel Gottes ist die Kirche Christi, in der viele sind, die nicht, wie sie sollten, geistlich, sondern fleischlich leben; und jenes Bethaus, das aus lebendigen Steinen erbaut ist, machen sie durch ihre Taten zu einer Räuberhöhle. Wenn wir aber die drei Arten von Menschen, die aus dem Tempel hinausgeworfen wurden, genauer darlegen müssen, können wir so sagen: Wer immer unter einem christlichen Volk seine Zeit mit nichts anderem verbringt als mit Kaufen und Verkaufen und nur wenig im Gebet oder in anderen rechten Handlungen verharrt, das sind die Käufer und Verkäufer im Tempel Gottes. Diakone, die die Gelder ihrer Kirchen nicht gut verwalten, sondern vom Anteil der Armen reich werden, das sind die Geldwechsler, deren Tische Christus umstößt. Dass aber die Diakone über die Tische des Kirchengeldes präsidieren, erfahren wir aus der Apostelgeschichte (Apg. 6,2). Bischöfe, die Kirchen denen anvertrauen, denen sie es nicht sollten, sind die, die die Tauben verkaufen, das heißt die Gnade des Heiligen Geistes, deren Sitze Christus umstößt.