
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 19
27 Da antwortete ihm Petrus: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was wird uns also zuteil werden? 28 Jesus entgegnete ihnen: Amen, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet bei der Neuerschaffung der Welt, wenn sich der Menschensohn auf den Thron seiner Herrlichkeit setzt, ebenfalls auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. 29 Und jeder, der Häuser, Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, wird es hundertfach wieder empfangen und das ewige Leben gewinnen. 30 Viele aber, die (jetzt) die Ersten sind, werden die Letzten sein und die Letzten die Ersten.
(ubi sup.) Aus dieser Stelle lernen wir, dass Jesus mit Seinen Jüngern richten wird; daher sagt Er an anderer Stelle zu den Juden: Darum werden sie eure Richter sein. (Mat. 12:27.) Und wenn Er sagt, sie werden auf zwölf Thronen sitzen, dürfen wir nicht denken, dass nur zwölf Personen mit Ihm richten werden. Denn mit der Zahl zwölf wird die ganze Zahl derer bezeichnet, die richten werden; und zwar weil die Zahl sieben, die gewöhnlich die Vollständigkeit darstellt, die beiden Zahlen vier und drei enthält, die miteinander multipliziert zwölf ergeben. Denn wenn es nicht so wäre, da Matthias an die Stelle des Verräters Judas gewählt wurde, hätte der Apostel Paulus, der mehr als alle anderen arbeitete, keinen Platz zum Sitzen beim Gericht; aber er zeigt, dass er mit den übrigen Heiligen zur Zahl der Richter gehört, wenn er sagt: Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden? (1 Kor. 6:3.)