
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 19
16 Es kam ein Mann zu ihm und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen? 17 Er antwortete ihm: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur Einer ist der Gute. Willst du aber das Leben erlangen, so halte die Gebote. 18 Da fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst kein falsches Zeugnis ablegen; 19 ehre Vater und Mutter; und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 20 Der junge Mann erwiderte ihm: Das alles habe ich befolgt, was fehlt mir noch? 21 Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen; so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. 22 Als der junge Mann das hörte, ging er traurig davon; denn er hatte viele Güter.
(de Trin. i. 13.) Oder weil er das ewige Leben suchte, (und das ewige Leben besteht in jener Anschauung, in der Gott nicht zur Strafe, sondern zur ewigen Freude geschaut wird,) und nicht wusste, mit wem er sprach, sondern Ihn nur für einen Menschensohn hielt, deshalb sagt Er: Warum fragst du mich über das Gute, indem du mich nach dem, was du in mir siehst, Guter Meister nennst? Diese Gestalt des Menschensohnes wird im Gericht erscheinen, nicht nur den Gerechten, sondern auch den Gottlosen, und schon der Anblick wird für sie ein Übel und ihre Strafe sein. Es gibt aber eine Anschauung Meiner Gestalt, in der Ich Gott gleich bin. Jener eine Gott also, Vater, Sohn und Heiliger Geist, ist allein gut, weil ihn niemand zur Trauer und zum Schmerz sieht, sondern nur zum Heil und zur wahren Freude.