
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 19
1 Als Jesus diese Reden beendet hatte, zog er von Galiläa weg und begab sich in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan. 2 Große Volksscharen folgten ihm nach und er heilte sie dort. 3 Da kamen Pharisäer zu ihm, um ihn auf die Probe zu stellen, und fragten: Ist es erlaubt, seine Frau aus jedem beliebigen Grund zu entlassen? 4 Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie von Anbeginn an als Mann und Frau geschaffen 5 und gesagt hat: Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen und die beiden werden ein Fleisch sein? 6 Also sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen. 7 Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, einen Scheidebrief auszustellen und sie zu entlassen? 8 Er antwortete ihnen: Wegen euerer Herzenshärte hat Mose euch erlaubt, euere Frauen zu entlassen. Ursprünglich aber war es nicht so.
(ubi sup.) Denn wie groß war diese Härte! Als nicht einmal die Einführung eines Scheidebriefes, der gerechten und klugen Männern Gelegenheit gab, sie abzubringen, sie bewegen konnte, die eheliche Zuneigung zu erneuern. Und mit welchem Witz tadeln die Manichäer Mose, als ob er die Ehe durch einen Scheidebrief trenne, und loben Christus, als ob er im Gegenteil ihre Kraft bestätige? Während sie nach ihrer gottlosen Wissenschaft Mose dafür hätten loben müssen, dass er trennte, was der Teufel verbunden hatte, und Christus tadeln, der die Bande des Teufels festzog.