
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 18
7 Wehe der Welt wegen der Verführungen! Es müssen ja Verführungen kommen, doch wehe dem Menschen, der die Verführung verschuldet. 8 Wenn dich deine Hand oder dein Fuß zum Bösen verführt, so hau ihn ab und wirf ihn von dir! Es ist besser, verstümmelt oder lahm in das Leben zu gelangen, als mit beiden Händen oder beiden Füßen ins ewige Feuer geworfen zu werden. 9 Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, so reiß es aus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, einäugig ins Leben zu gelangen, als mit beiden Augen in die Feuerhölle geworfen zu werden.
So wird jede Zuneigung, unsere ganze Verwandtschaft von uns getrennt; damit nicht unter dem Deckmantel der Pflicht irgendein Gläubiger dem Ärgernis ausgesetzt werde. Wenn, sagt er, jemand dir so nahe verbunden ist wie deine Hand oder dein Fuß oder dein Auge, und dir nützlich ist, eifrig und schnell im Erkennen, und dich dennoch ärgert und dich durch die Unangemessenheit seines Verhaltens in die Hölle zieht; so ist es besser für dich, dass du seine Verwandtschaft und seinen Nutzen für dich entbehrst, als dass du, während du deine Verwandten oder Freunde zu gewinnen suchst, Anlass zum Fallen hast. Denn jeder Gläubige weiß, was ihm schadet, was ihn beunruhigt und versucht; denn es ist besser, ein einsames Leben zu führen, als das ewige Leben zu verlieren, um die für dieses gegenwärtige Leben notwendigen Dinge zu haben.