
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 18
1 In jener Stunde kamen die Jünger mit der Frage zu Jesus: Wer ist der Größte im Himmelreich? 2 Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte 3 und sagte: Amen, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. 4 Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 5 Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf. 6 Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zur Sünde verführt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.
Eines, dessen zartes Alter ihnen die Unschuld ausdrücken sollte, die sie haben sollten. Aber wahrhaftig stellte er sich selbst in ihre Mitte, ein Kleines, das nicht gekommen war, um bedient zu werden, sondern um zu dienen; (Mat. 20:28.) damit er ein Vorbild der Heiligkeit sei. Andere deuten das kleine Kind auf den Heiligen Geist, den er in die Herzen seiner Jünger setzte, um ihren Stolz in Demut zu verwandeln. (Vid. Origen. in loc.) Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die kleinen Kinder werdet, werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen. Er schreibt den Aposteln nicht das Alter vor, sondern die Unschuld der Kinder, die sie aufgrund ihrer Jahre haben, die aber diese durch Streben erlangen könnten; dass sie Kinder sein sollen in der Bosheit, nicht im Verstand. Als hätte er gesagt: Wie dieses Kind, das ich euch als Vorbild vor Augen stelle, nicht hartnäckig im Zorn ist, wenn es verletzt wird, es nicht im Gedächtnis behält, keine Regung beim Anblick einer schönen Frau hat, nicht eines denkt, während es ein anderes spricht; so werdet auch ihr, wenn ihr nicht die gleiche Unschuld und Reinheit des Geistes habt, nicht in das Himmelreich eingehen können.