
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 17
24 Als sie nach Kafarnaum kamen, traten die Einnehmer der Doppeldrachme an Petrus heran und fragten: Zahlt euer Meister die Doppeldrachme nicht? 25 Er antwortete: Doch. Als er dann ins Haus ging, kam ihm Jesus mit der Frage zuvor: Was meinst du, Simon? Von wem nehmen die Könige der Erde Zoll oder Steuer? Von ihren Söhnen oder von den Fremden? 26 Als er antwortete: Von den Fremden, sagte Jesus zu ihm: Also sind die Söhne frei. 27 Doch damit wir ihnen keinen Anstoß geben, geh an den See, wirf die Angel aus und nimm den ersten Fisch, der herauskommt. Wenn du sein Maul öffnest, wirst du ein Vierdrachmenstück finden. Das nimm und gib ihnen für mich und dich.
Ich weiß nicht, was ich an dieser Stelle zuerst bewundern soll: die Vorhersehung oder die gewaltige Macht des Erlösers. Seine Vorhersehung, weil er wusste, dass ein Fisch einen Stater im Maul hatte und dass dieser Fisch zuerst gefangen werden sollte; seine gewaltige Macht, wenn der Stater auf sein Wort hin im Maul des Fisches erschaffen wurde und wenn durch seinen Befehl angeordnet wurde, was geschehen sollte. Christus also ertrug um seiner erhabenen Liebe willen das Kreuz und zahlte den Zoll; wie elend sind wir, die wir den Namen Christi tragen, obwohl wir nichts der so großen Würde Würdiges tun, und doch in Anbetracht seiner Majestät keinen Zoll zahlen, sondern als Söhne des Königs von der Steuer befreit sind. Aber auch im wörtlichen Sinn erbaut es den Hörer zu erfahren, dass die Armut des Herrn so groß war, dass er nicht hatte, wovon er den Zoll für sich und seinen Apostel zahlen konnte. Wenn jemand einwendet, dass Judas Geld im Beutel trug, so antworten wir, dass Jesus es als Betrug ansah, das, was den Armen gehörte, für seinen eigenen Gebrauch zu verwenden, und uns darin ein Beispiel hinterließ.