Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 17
14 Als sie zur Volksmenge kamen, trat ein Mann auf ihn zu, warf sich vor ihm auf die Knie 15 und sagte: Herr, erbarme dich meines Sohnes; denn er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden. Oft fällt er nämlich ins Feuer und oft ins Wasser. 16 Ich habe ihn (schon) zu deinen Jüngern gebracht, aber sie vermochten ihn nicht zu heilen. 17 Da erwiderte Jesus: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange noch muss ich bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir! 18 Jesus herrschte ihn an, da fuhr der Dämon von ihm aus und von jener Stunde an war der Junge geheilt.
Von der Wandelbarkeit des Sünders heißt es: Der Tor ändert sich wie der Mond. (Sir. 27,12.) Wir können manchmal sehen, dass über einen solchen ein Anstoß zu guten Werken kommt, wenn siehe! wieder wie durch einen plötzlichen Anfall eines Geistes sie von ihren Leidenschaften ergriffen werden und aus jenem guten Zustand fallen, in dem sie vermeintlich standen. Vielleicht steht sein Vater für den Engel, dem die Sorge für diesen Mondsüchtigen zugeteilt war, der den Arzt der Seelen bittet, dass er seinen Sohn befreie, der von seinem Leiden nicht durch das bloße Wort der Jünger Christi befreit werden konnte, weil er als ein Tauber ihre Unterweisung nicht empfangen kann und daher des Wortes Christi bedarf, damit er fortan nicht ohne Vernunft handle.