Glossa ordinaria
Catena Aurea · Matthäusevangelium 17
5 Während er noch redete, überschattete sie eine leuchtende Wolke und eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören! 6 Als die Jünger das hörten, warfen sie sich auf ihr Angesicht nieder und fürchteten sich sehr. 7 Da trat Jesus zu ihnen, rührte sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht. 8 Als sie aber aufblickten, sahen sie niemand als Jesus allein. 9 Während sie vom Berg herabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt worden ist.
(ap. Anselm.) Es ist zu beachten, dass das Geheimnis der zweiten Wiedergeburt, nämlich der, die in der Auferstehung sein wird, wenn das Fleisch wieder auferweckt wird, gut mit dem Geheimnis der ersten übereinstimmt, die in der Taufe ist, wenn die Seele wieder auferweckt wird. Denn in der Taufe Christi zeigt sich das Wirken der ganzen Dreifaltigkeit; da war der fleischgewordene Sohn, der Heilige Geist erschien in der Gestalt einer Taube, und der Vater wurde durch die Stimme kundgetan. In ähnlicher Weise erschien in der Verklärung, die das Sakrament der zweiten Wiedergeburt ist, die ganze Dreifaltigkeit; der Vater in der Stimme, der Sohn in dem Menschen und der Heilige Geist in der Wolke. Es wird die Frage gestellt, wie der Heilige Geist dort in der Taube, hier in der Wolke gezeigt wurde. Weil es Seine Art ist, Seine Gaben durch bestimmte äußere Formen zu kennzeichnen. Und die Gabe der Taufe ist die Unschuld, die durch den Vogel der Reinheit bezeichnet wird. Da Er aber in der Auferstehung Glanz und Erfrischung geben wird, werden in der Wolke sowohl die Erfrischung als auch der Glanz der auferstehenden Leiber bezeichnet. Es folgt: Und als die Jünger es hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr.