
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 16
22 Da nahm ihn Petrus auf die Seite und fing an, ihm Vorhaltungen zu machen; er sagte: Das verhüte Gott, Herr! Niemals darf dir das widerfahren! 23 Er aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Hinweg von mir, Satan! Ein Ärgernis bist du für mich. Denn du denkst nicht die Gedanken Gottes, sondern die der Menschen.
Wir haben oft gesagt, dass Petrus einen allzu hitzigen Eifer und eine sehr große Zuneigung zum Herrn und Heiland hatte. Daher wollte er nach jenem Bekenntnis und dem Lohn, von dem er vom Heiland gehört hatte, nicht, dass sein Bekenntnis zunichtegemacht werde, und hielt es für unmöglich, dass der Sohn Gottes getötet werden könne, sondern nahm ihn liebevoll beiseite oder führte ihn beiseite, damit er nicht seinen Meister im Beisein der Mitjünger zu tadeln scheine, und begann ihn mit dem Gefühl eines Liebenden zu schelten und ihm zu widersprechen und zu sagen: Das sei ferne von dir, Herr; oder wie es im Griechischen besser heißt: ἵλεώς σοι Κύριε, οὐ μὴ ἔσται σοι τοῦτο, das heißt: Sei dir gnädig, Herr, dies wird dir nicht geschehen.