
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 14
6 Als nun Herodes Geburtstag hatte, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen und gefiel Herodes so gut, 7 dass er unter Eid versprach, ihr alles zu geben, was immer sie wünschte. 8 Sie aber sagte, angestiftet von ihrer Mutter: Gib mir hier auf einer Schüssel den Kopf Johannes des Täufers. 9 Da wurde der König betrübt, aber wegen seiner Schwüre und wegen der Gäste befahl er, ihn ihr zu geben. 10 Er sandte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. 11 Sein Kopf wurde auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben und sie brachte ihn ihrer Mutter. 12 Da kamen seine Jünger, holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm davon.
Ich entschuldige Herodes nicht, dass er diesen Mord gegen seinen Willen wegen seines Eides beging, denn vielleicht legte er den Eid gerade zu dem Zweck ab, den Mord herbeizuführen. Aber wenn er sagt, er tat es um seines Eides willen, hätte sie den Tod ihrer Mutter oder ihres Vaters verlangt, hätte er es gewährt oder nicht? Was er also in seiner eigenen Person abgelehnt hätte, hätte er in der des Propheten ablehnen müssen.