
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 14
1 Zu jener Zeit kam dem Tetrarchen Herodes zu Ohren, was man über Jesus redete, 2 und er sagte zu seinen Höflingen: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferweckt worden und deshalb wirken die Wunderkräfte in ihm. 3 Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen, fesseln und ins Gefängnis werfen lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. 4 Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben. 5 Und er hätte ihn gerne töten lassen, fürchtete aber das Volk, weil man ihn für einen Propheten hielt.
(De Cons. Ev. ii. 44.) Lukas gibt dies nicht in derselben Reihenfolge, sondern dort, wo er von der Taufe des Herrn spricht, so dass er ein Ereignis vorwegnahm, das viel später geschah. Denn nach jener Aussage des Johannes über den Herrn, dass seine Worfschaufel in seiner Hand ist, fügt er sogleich dies hinzu, was, wie wir aus dem Johannesevangelium entnehmen können, nicht unmittelbar folgte. Denn er berichtet, dass Jesus, nachdem er getauft worden war, nach Galiläa ging und von dort nach Judäa zurückkehrte und dort nahe dem Jordan taufte, bevor Johannes ins Gefängnis geworfen wurde. Aber weder Matthäus noch Markus haben die Gefangenschaft des Johannes in der Reihenfolge dargestellt, in der sie nach ihren eigenen Schriften stattfand; denn sie sagen auch, dass der Herr, als Johannes ausgeliefert wurde, nach Galiläa ging, und nach vielen dort vollbrachten Taten berichten sie dann anlässlich des Rufes Christi, der Herodes erreichte, was bei der Gefangenschaft und Enthauptung des Johannes geschah. Den Grund, aus dem er ins Gefängnis geworfen wurde, zeigt er, wenn er sagt: Wegen Herodias, der Frau seines Bruders. Denn Johannes hatte ihm gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben.