
Rabanus Maurus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 14
1 Zu jener Zeit kam dem Tetrarchen Herodes zu Ohren, was man über Jesus redete, 2 und er sagte zu seinen Höflingen: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferweckt worden und deshalb wirken die Wunderkräfte in ihm. 3 Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen, fesseln und ins Gefängnis werfen lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. 4 Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben. 5 Und er hätte ihn gerne töten lassen, fürchtete aber das Volk, weil man ihn für einen Propheten hielt.
Von hier können wir lernen, wie groß die Eifersucht der Juden war; dass Johannes von den Toten hätte auferstehen können, erklärt Herodes, ein Fremdgeborener, hier ohne jeden Zeugen, dass er auferstanden sei; bezüglich Christus, den die Propheten vorhergesagt hatten, zogen es die Juden vor zu glauben, dass er nicht auferstanden, sondern heimlich weggenommen worden sei. Dies deutet an, dass das heidnische Herz mehr zum Glauben geneigt ist als das der Juden.