
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
45 Auch gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. 46 Als er aber eine kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie.
(Quæst. in Matt. q. 13.) Oder: Ein Mensch, der gute Perlen sucht, hat eine Perle von großem Wert gefunden; das heißt, wer gute Menschen sucht, mit denen er nutzbringend leben kann, findet einen allein, Christus Jesus, ohne Sünde; oder, wer Lebensvorschriften sucht, mit deren Hilfe er gerecht unter Menschen wohnen kann, findet die Liebe zum Nächsten, in welcher einen Regel, sagt der Apostel, (Röm. 13,9.) alles zusammengefasst ist; oder, wer gute Gedanken sucht, findet jenes Wort, in dem alles enthalten ist: Im Anfang war das Wort. (Joh. 1,1.) welches leuchtet mit dem Licht der Wahrheit, feststeht mit der Stärke der Ewigkeit und durchweg sich selbst gleich ist mit der Schönheit der Gottheit, und wenn wir die Schale des Fleisches durchdrungen haben, als Gott bekannt werden wird. Aber welches von diesen dreien es auch sein mag, oder wenn es etwas anderes gibt, das uns einfallen kann, das unter der Figur der einen kostbaren Perle bezeichnet werden kann, ihre Kostbarkeit ist der Besitz unserer selbst, die wir nicht frei sind, sie zu besitzen, es sei denn, wir verachten alles, was in dieser Welt besessen werden kann. Denn nachdem wir unseren Besitz verkauft haben, erhalten wir keine andere größere Gegenleistung als uns selbst, (denn während wir in solche Dinge verwickelt waren, waren wir nicht unser eigen,) damit wir uns wieder für jene Perle hingeben, nicht weil wir ihr gleichwertig sind, sondern weil wir nichts Größeres geben können.