
Gregor der Große
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
44 Das Himmelreich gleicht einem im Acker verborgenen Schatz. Ein Mann fand ihn und deckte ihn wieder zu. Voll Freude ging er hin, verkauft alles, was er besaß, und kaufte jenen Acker.
(Hom. in Ev. xi. 1.) Oder anders; Der im Acker verborgene Schatz ist das Verlangen nach dem Himmel; der Acker, in dem der Schatz verborgen ist, ist die Disziplin der himmlischen Lehre; diese verbirgt ein Mensch, wenn er sie findet, damit er sie bewahre; denn für den Eifer und die Zuneigung zum Himmel reicht es nicht, dass wir sie vor bösen Geistern schützen, wenn wir sie nicht vor menschlichem Lob schützen. Denn in diesem gegenwärtigen Leben sind wir auf dem Weg, der zu unserer Heimat führt, und böse Geister umlagern uns wie Räuber auf unserer Reise. Diejenigen also, die ihren Schatz offen tragen, suchen sie unterwegs zu berauben. Wenn ich dies sage, meine ich nicht, dass unsere Nächsten unsere Werke nicht sehen sollen, sondern dass wir in dem, was wir tun, nicht Lob von außen suchen sollen. Das Himmelreich wird daher mit irdischen Dingen verglichen, damit der Geist von vertrauten zu unbekannten Dingen aufsteige und lerne, das Unbekannte durch das zu lieben, von dem er weiß, dass es geliebt wird, wenn es bekannt ist. Es folgt: Und aus Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. Er ist es, der alles verkauft, was er hat, und den Acker kauft, der, indem er fleischliche Freuden aufgibt, alle seine weltlichen Begierden in seiner Sorge um die himmlische Disziplin mit Füßen tritt.