
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
36 Darauf entließ er die Volksscharen und ging nach Hause. Und die Jünger traten an ihn heran und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. 37 Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn. 38 Der Acker aber ist die Welt. Der gute Same, das sind die Söhne des Reiches, und das Unkraut sind die Söhne des Bösen. 39 Der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt, die Schnitter sind die Engel. 40 Wie nun das Unkraut gesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: 41 Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle Ärgernisse und Übeltäter sammeln 42 und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. 43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat, der höre!
(cont. Faust. xviii. 7.) Das Unkraut legt der Herr so aus, dass es nicht, wie Manichäus interpretiert, gewisse unechte Teile sind, die unter die wahren Schriften eingefügt wurden, sondern alle Kinder des Bösen, das heißt die Nachahmer des Betrugs des Teufels. Wie folgt: ‚Das Unkraut sind die Kinder des Bösen‘, worunter Er uns alle Gottlosen und Frevler verstehen lassen will.