
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
34 Das alles sagte Jesus den Volksscharen in Gleichnissen; ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen. 35 So sollte sich das Wort des Propheten erfüllen:Ich will meinen Mund in Gleichnissen auftun, / will verkünden, was seit Grundlegung (der Welt) verborgen war.
Aber weil der Text nicht bei Jesaja gefunden wurde, wurde sein Name, wie ich vermute, deshalb von denen getilgt, die das bemerkt hatten. Mir scheint jedoch, dass es zuerst so geschrieben war: ‚Wie vom Propheten Asaph geschrieben steht, der spricht‘; denn der siebenundsiebzigste Psalm, aus dem dieser Text stammt, wird dem Propheten Asaph zugeschrieben; und dass der Abschreiber, der Asaph nicht verstand und es einem Fehler bei der Abschrift zuschrieb, den bekannteren Namen Jesaja einsetzte. Denn es ist zu wissen, dass nicht nur David, sondern auch jene anderen, deren Namen den Psalmen, Hymnen und Gesängen Gottes vorangestellt sind, als Propheten zu gelten haben, nämlich Asaph, Idithun und Heman der Esraiter und die übrigen, die in der Schrift genannt werden. Und so wird das, was in der Person des Herrn gesprochen wird: ‚Ich will meinen Mund in Gleichnissen auftun‘, wenn man es aufmerksam betrachtet, als eine Beschreibung des Auszugs Israels aus Ägypten und als eine Erzählung all der Wunder, die in der Geschichte des Exodus enthalten sind, befunden werden. Woraus wir lernen, dass alles, was dort geschrieben steht, in figürlicher Weise verstanden werden kann und verborgene Sakramente enthält; denn das ist es, was der Heiland dort mit den Worten vorausschickt: ‚Ich will meinen Mund in Gleichnissen auftun.‘