
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
18 Hört nun, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. 19 Bei jedem, der das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät war. Dies ist der auf den Weg Gesäte. 20 Der aber auf steinigen Grund Gesäte, das ist jener, der das Wort hört und es sofort mit Freuden aufnimmt. 21 Er hat jedoch keine Wurzeln; denn er ist ein Mensch des Augenblicks. Sobald aber Drangsal oder Verfolgung um des Wortes willen kommen, kommt er sofort zu Fall. 22 Der in die Dornen Gesäte, das ist jener, der das Wort hört, aber die Sorgen der Welt und der Trug des Reichtums ersticken das Wort und es bringt keine Frucht. 23 Der aber auf gutes Erdreich Gesäte, das ist jener, der das Wort hört und versteht; er bringt dann auch Frucht und trägt teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
(De Civ. Dei, xxi. 27.) Einige meinen, dies sei so zu verstehen, als ob die Heiligen je nach dem Grad ihrer Verdienste einige dreißig, einige sechzig, einige hundert Personen erlösten; und dies geschehe gewöhnlich am Tag des Gerichts, nicht nach dem Gericht. Als man jedoch bemerkte, dass diese Meinung die Menschen darin bestärkte, sich Straflosigkeit zu versprechen, weil auf diese Weise alle zur Erlösung gelangen könnten, wurde geantwortet, dass die Menschen vielmehr gut leben sollten, damit jeder unter denen gefunden werde, die für die Befreiung anderer eintreten würden, damit nicht diese so wenige seien, dass sie bald die ihnen zugeteilte Zahl erschöpft hätten und so viele unerlöst von der Qual blieben, unter denen sich alle die befänden, die sich in eitelster Vermessenheit versprochen hätten, die Früchte anderer zu ernten.