Glossa ordinaria
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
18 Hört nun, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. 19 Bei jedem, der das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät war. Dies ist der auf den Weg Gesäte. 20 Der aber auf steinigen Grund Gesäte, das ist jener, der das Wort hört und es sofort mit Freuden aufnimmt. 21 Er hat jedoch keine Wurzeln; denn er ist ein Mensch des Augenblicks. Sobald aber Drangsal oder Verfolgung um des Wortes willen kommen, kommt er sofort zu Fall. 22 Der in die Dornen Gesäte, das ist jener, der das Wort hört, aber die Sorgen der Welt und der Trug des Reichtums ersticken das Wort und es bringt keine Frucht. 23 Der aber auf gutes Erdreich Gesäte, das ist jener, der das Wort hört und versteht; er bringt dann auch Frucht und trägt teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
(ap. Anselm.) Er fährt dann fort, das Gleichnis auszulegen: Jeder Mensch, der das Wort des Reiches hört, das heißt meine Predigt, die dazu dient, das Himmelreich zu erlangen, und es nicht versteht; wie er es nicht versteht, wird erklärt durch: denn der Böse – das ist der Teufel – kommt und nimmt weg, was in sein Herz gesät ist; jeder solche Mensch ist der, der am Wegesrand gesät ist. Und beachte, dass das, was gesät ist, in verschiedenen Bedeutungen genommen wird; denn der Samen ist das, was gesät wird, und das Feld ist das, was gesät ist, beides findet sich hier. Denn wo Er sagt: nimmt weg, was gesät ist, müssen wir es vom Samen verstehen; was folgt: ist am Wegesrand gesät, ist nicht vom Samen zu verstehen, sondern vom Ort des Samens, das heißt vom Menschen, der gleichsam das mit dem Samen des göttlichen Wortes besäte Feld ist.