
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
10 Da traten die Jünger an ihn heran und fragten ihn: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? 11 Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, jenen aber ist es nicht gegeben. 12 Denn dem, der hat, wird gegeben, und er wird Überfluss haben. Wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. 13 Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nichts verstehen. 14 An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas:Hören werdet ihr mit den Ohren und nichts verstehen. / Sehend werdet ihr sehen und nichts erkennen. / 15 Denn verstockt ist das Herz dieses Volkes.Schwer hören sie mit ihren Ohren / und ihre Augen haben sie geschlossen,damit sie nicht etwa sehen mit ihren Augen / und mit den Ohren nicht hörenund mit dem Herzen nicht verstehen / und sich bekehren und ich sie heile. 16 Selig aber sind euere Augen, weil sie sehen, und euere Ohren, weil sie hören. 17 Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Wenn wir nicht oben gelesen hätten, dass die Aufforderung an seine Hörer, zu verstehen, erging, als der Erlöser sagte: Wer Ohren hat zu hören, der höre, könnten wir hier annehmen, dass die Augen und Ohren, die jetzt selig gepriesen werden, die des Leibes sind. Aber ich denke, dass jene Augen selig sind, die die Sakramente Christi erkennen können, und jene Ohren, von denen Isaias spricht: Der Herr hat mir ein Ohr gegeben. (Jes 50,4)