
Rabanus Maurus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
1 An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an den See. 2 Große Volksscharen sammelten sich um ihn; deshalb stieg er in ein Boot und setzte sich, während das ganze Volk am Ufer stand. 3 Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen.Ein Sämann ging aus, um zu säen. 4 Als er säte, fiel einiges auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es auf. 5 Wieder anderes fiel auf steinigen Grund, wo es nicht viel Erdreich hatte. Und es schoss rasch auf, weil es kein tiefes Erdreich fand. 6 Als aber die Sonne aufging, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. 7 Anderes aber fiel unter die Dornen und die Dornen wuchsen auf und erstickten es. 8 Anderes schließlich fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. 9 Wer Ohren hat, der höre!
Denn nicht nur die Worte und Taten des Herrn, sondern auch seine Reisen und die Orte, an denen er seine mächtigen Werke wirkt und predigt, sind voll himmlischer Sakramente. Nach der Rede, die im Haus gehalten wurde, worin er mit gottloser Lästerung beschuldigt worden war, einen Dämon zu haben, ging er hinaus und lehrte am Meer, um zu bedeuten, dass er, nachdem er Judäa wegen ihres sündhaften Unglaubens verlassen hatte, zum Heil der Heiden übergehen würde. Denn die Herzen der Heiden, lange stolz und ungläubig, werden zu Recht mit den schwellenden und bitteren Wellen des Meeres verglichen. Und wer weiß nicht, dass Judäa durch den Glauben das Haus des Herrn war.