
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
31 Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, die Lästerung gegen den Geist aber wird nicht vergeben. 32 Auch dem, der ein Wort gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.
(Serm. 71. 13.) Denn was macht es für einen Unterschied, ob gesagt wird: Der Geist der Lästerung wird nicht vergeben, oder: Wer gegen den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden. (Lk 12,10) wie Lukas spricht; außer dass derselbe Sinn an der einen Stelle klarer ausgedrückt wird als an der anderen, wobei der eine Evangelist den anderen nicht widerlegt, sondern erklärt? Der Geist der Lästerung, wird kurz gesagt, ohne den Geist näher zu bezeichnen; um dies klar zu machen, wird hinzugefügt: Und wer ein Wort gegen den Menschensohn redet, dem wird vergeben werden. Nachdem Er dasselbe von jeder Art von Lästerung gesagt hatte, wollte Er in besonderer Weise von jener Lästerung sprechen, die gegen den Menschensohn gerichtet ist, und die Er im Evangelium nach Johannes als sehr schwer darstellt, wo Er über den Heiligen Geist sagt: Er wird die Welt überführen von Sünde, von Gerechtigkeit und von Gericht; von Sünde, weil sie nicht an mich glauben. Das also, was hier folgt: Wer gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Welt noch in der zukünftigen, wird nicht gesagt, weil der Heilige Geist in der Dreifaltigkeit größer wäre als der Sohn, was kein Häretiker je behauptet hat.