
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 11
7 Als sie gegangen waren, begann Jesus zu den Volksscharen über Johannes zu reden: Wozu seid ihr hinausgegangen in die Wüste? Ein Schilfrohr zu sehen, das im Wind schwankt? 8 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Menschen zu sehen mit feinen Kleidern angetan? Leute, die feine Kleider tragen, sind in den Palästen der Könige. 9 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Viel mehr als einen Propheten. 10 Er ist es, von dem geschrieben steht: Ich sende meinen Boten vor dir her, damit er den Weg vor dir bereitet.
(Doctr. Christ. iii. 12.) In all solchen Dingen tadeln wir nicht den Gebrauch der Dinge, sondern die Begierde derer, die sie gebrauchen. Denn wer die guten Dinge, die ihm erreichbar sind, sparsamer gebraucht als die Gewohnheiten derer, mit denen er lebt, ist entweder maßvoll oder abergläubisch. Wer sie wiederum in einem Maß gebraucht, das die Praxis der Guten, unter denen er lebt, übersteigt, hat entweder eine bestimmte Bedeutung dabei, oder er ist ausschweifend.