
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Matthäusevangelium 11
1 Als Jesus mit der Unterweisung seiner zwölf Jünger zu Ende war, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen. 2 Als Johannes im Gefängnis von den Taten Christi hörte, ließ er durch seine Jünger fragen: 3 Bist du es, der kommen soll, oder müssen wir einen anderen erwarten? 4 Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: 5 Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote werden auferweckt und den Armen wird das Evangelium verkündet. 6 Selig ist, der an mir keinen Anstoß nimmt.
(in Luc. 7. 19.) Einige verstehen es so: Dass es eine große Sache war, dass Johannes so weit ein Prophet sein sollte, Christus anzuerkennen und die Vergebung der Sünden zu predigen; aber dass er als frommer Prophet nicht denken konnte, dass der, den er als den Kommenden geglaubt hatte, den Tod erleiden sollte; er zweifelte daher, wenn auch nicht im Glauben, so doch in der Liebe. So zweifelte auch Petrus, als er sagte: Das sei ferne von dir, Herr; das widerfahre dir nur nicht. (Matthäus 16:22.)